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Samstag, 1. Oktober 2011
Spuk im Schloss
tanteolgas, 02:08h
Weit, weit weg ist manchmal ganz, ganz nah. Dies musste ich mir eingestehen, als ich ein paar Urlaubstage in meiner fränkischen Heimat verbrachte. Ich schwang mich auf den Rücken meines Rollers und düste unter einem strahlend blauen Märzhimmel über die vorfrühlingsgrünen Hügel der Hassberge. Wenn man das an einem Werktag und mit der Gewissheit tut, dass andere jetzt arbeiten müssen, dann fällt einem jegliche Last von der Schulter und der Affenzirkus, mit dem man tagtäglich seine Seele peinigt, verschwindet hinter einem dicken leichten Wattebausch aus heiterer Gelassenheit und der unerschütterlichen Illusion, für immer in diesem entrückten Seelenzustand verweilen zu dürfen. Mit dieser Gemütsverfassung im Reisegepäck näherte ich mich einem Zirka-100-Seelen-Dorf, das mich gleich an der Ortseinfahrt mit einer Überraschung begrüßte. "1230 Jahre Bischofsheim, unser Schloss: 1550 - 1650" stand auf einer großen Tafel zu lesen. Daneben die Zeichnung eines Schlosses mit Fachwerkaufbau.
Schloss? Wo, um Himmels Willen, sollte hier ein Schloss sein? Diesem Rätsel wollte ich auf den Grund gehen und machte - nachdem ich im "Alten Forsthaus" eingecheckt hatte - einen Abendspaziergang durch die zwei Straßen der 22-Häuser-Ansammlung. Doch alles, was ich fand, war: Ein großer toter Fisch auf dem Steg des örtlichen Badesees, eine Solaranlage auf einer riesigen Scheune und den morbiden Charme verwitternder Gemäuer. Es war unübersehbar: Der Zahn der Zeit nagte hier nicht, er fraß.
Am frühen Abend, kurz nach Einbruch der Dunkelheit, legte ich mich "mit den Hühnern" schlafen. Es dauerte jedoch nicht lange, da erwachte ich wieder. War das eben ein Schrei? Ja, ohne Zweifel, da schrie sich gerade eine Frau das maßlose Grauen von ihrer Seele. Es hörte sich an, als werde sie im Keller des Schlosses zu Tode gefoltert. Schloss? Unsinn, es gab kein Schloss, dämmerte es mir langsam und schließlich begriff ich auch, dass die Schreie aus dem Fernseher des Nebenzimmers kamen. Beruhigt schlief ich nun wieder ein und glitt in einen Traum hinüber, in dem ich einen etwas sonderbar anmutenden Raum eines alten Gebäudes durchstöberte. Meine Suche hatte irgend etwas mit einer Frau zu tun. Doch plötzlich erwachte ich und sah genau diese Frau in meinem Zimmer. Sie war schlank, fast dünn, und ich fühlte mich durch ihre Anwesenheit bedrängt. Trotz der Gewissheit, dass es sich bei dieser Frau um eine Spukerscheinung handelte, war ich sehr beunruhigt und wehrte mich gegen ihre Annäherung. Allerdings erfolglos. Denn schließlich begann sie, auf meinem Rücken - ich lag auf dem Bauch - auf meinem Rücken herum zu hüpfen und seltsame Laute auszustoßen. Der ganze Spektakel fühlte sich an, als würden fünf Kleinkinder auf mir herum turnen und es war furchtbar lästig. Also beendete ich den Spuk, indem ich mich auf eine andere Körperseite drehte. Nachdem ich wieder eine geraume Zeit geschlafen hatte, erwachte ich abermals auf dem Bauch liegend und nach rechts zum Fenster blickend. Direkt neben mir auf der Bettkante saß eine leicht korpulente Frau und sah zum Fenster hinüber. Meinen Augen misstrauend streckte ich meine Hand nach ihr aus, in der Hoffnung, ins Leere zu greifen. Meine Hoffnung wurde jedoch enttäuscht, denn meine Hand stieß auf Widerstand. Die Frau schien aus Fleisch und Blut zu sein; was aber nicht sein konnte. Deshalb richtete ich mich nun im Bett auf und: Der Spuk verschwand.
Am nächsten Morgen, nachdem ich gut erholt erwacht war, und die Bedienung während des Frühstücks nach dem Schloss befragt hatte, erfuhr ich folgende Geschichte:
- Genau an der Stelle, an der sich das "Alte Forsthaus" befindet, stand etwa zwischen 1550 und 1650 ein Schloss.
- Das nahe gelegene "Kleinstädtchen" (Zeil) war in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Hochburg der Hexenverfolgung und auch dieser kleine Ort (Bischofsheim) hatte ein Opfer (eine Magd) zu beklagen.
- Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ereignete sich im "Alten Forsthaus" ein tödlicher Unfall. Die 9-jährige Anna machte mit der Tochter des Jägers Hausaufgaben, während der Sohn des Jägers eine Flinte aus dem Waffenschrank holte, um damit zu spielen. Dabei löste sich ein Schuss und traf die kleine Anna tödlich.
Spuk in einem Schloss, das es nicht mehr gibt: Das nenne ich eine "lebendige Geschichte".
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Samstag, 18. Juni 2011
Christ und Materialist
tanteolgas, 23:27h
Ein Materialist fällt vom Rad und schlägt sich das Knie auf. Ein Christ eilt ihm zu Hilfe.
Materialist: "Ach, nicht so schlimm. Nur eine leichte Schürfwunde."
Christ: "Gott sei Dank ist nicht mehr passiert."
Materialist: "Warum Gott sei Dank?"
Christ: "Na ja, ich meine, hätte Gott Sie nicht beschützt, dann ..."
Materialist: "Es gibt keinen Gott."
Christ: "Aber natürlich gibt es einen Gott. Ich hab doch erst heute Morgen mit ihm gesprochen."
Materialist: "Ja, das glauben Sie. Ich glaube nur, was ich sehe."
Christ: "Aber Sie müssen doch nur die Augen öffnen. Das Wirken Gottes ist allgegenwärtig ..."
Materialist: "Ach bitte, beleidigen Sie meinen Verstand nicht!"
Christ: "Welchen Verstand? Ich sehe keinen Verstand."
Materialist: "Wollen Sie mich beleidigen?"
Christ: "Nein, keineswegs. Aber Verstand kann man nicht sehen, also existiert er nicht. Und was nicht ist, kann man nicht beleidigen."
Der Materialist wendet sich genervt ab und geht.
Am nächsten Tag gehen beide spazieren und treffen sich zufällig wieder.
Christ: "Grüß Gott!"
Materialist: "Was für ein bescheuerter Gruß, und ich dachte immer, die Bayern seien so gebildet."
Christ: "Haben Sie ein Problem mit uns Bayern?"
Materialist: "Nein, aber mit Gott."
Christ: "Sie glauben an Gott???"
Materialist: "Nein, natürlich nicht! Ich glaube nach wie vor nur, was ich sehe!"
Christ: "Haben Sie denn schon einmal gesehen, dass es Gott nicht gibt?"
Materialist: "Nein!"
Christ: "Folglich glauben Sie, dass es Gott nicht nicht gibt. Das heißt: Sie glauben an Gott."
Materialist: "Ach, scheren Sie sich doch zum Teufel!"
Christ: "Haben Sie denn schon mal den Teufel gesehen?"
Der Materialist wendet sich genervt ab und geht.
Am nächsten Tag. Der Christ betritt ein Restaurant und setzt sich an einen Tisch. Während er in der Speisekarte blättert, kommt der Materialist.
Christ: "Ach, sieh an, guten Tag! Was machen Sie denn hier?"
Materialist: "Mir gehört der Laden, und wenn Sie nicht nur mit einem 'Vergelt's Gott' bezahlen, bediene ich Sie sogar."
Christ: "Gut. Dann bringen Sie mir bitte einmal das Tagesmenü, ein Pils und zum Nachtisch ...
Materialist: "Götterspeise?"
Christ: "Nein, eine große Tasse Milchkaffee und ein Stück Erdbeertorte."
Materialist: "Gern."
Eine Stunde später. Der Christ ist mit dem Essen fertig und bittet um die Rechnung.
Christ: "Ach, was ich Sie mal fragen wollte ..."
Materialist: "Schießen Sie los."
Christ: "Wenn nur existiert, was man sehen kann, dann sind Sie ja nur eine Ansammlung von Atomen und Molekülen. Und Ihre Gefühle und Gedanken sind nur das Resultat eines zufälligen atomaren und molekularen Zusammenspiels."
Materialist: "So ist es. All unsere Handlungen, all unsere Gefühle und Gedanken sind Äußerungen wild umeinander wirbelnder Elementarteilchen, gelenkt von dem großen Schöpfer, der da heißt: Zufall."
Christ: "Das hieße doch aber, Sie selbst haben für mich überhaupt keine Leistung erbracht. Es war der Schöpfer namens Zufall. Folglich müsste ich doch auch nichts bezahlen."
Materialist: "Reden Sie keinen Unsinn. Bezahlen ist eine Form der Wertschätzung."
Christ: "Wertschätzung wem gegenüber? Einer Handvoll zufallsgesteuerter Elementarteilchen? Das wäre Nekrophilie."
Materialist: "Entweder, Sie bezahlen, oder ich rufe die Polizei!"
Christ: "Ich fürchte für Sie, das Kommen der Polizei hängt stark vom Zufall ab. Vergelt's Gott!"
Christ steht auf und geht.
Materialist: "Ach, nicht so schlimm. Nur eine leichte Schürfwunde."
Christ: "Gott sei Dank ist nicht mehr passiert."
Materialist: "Warum Gott sei Dank?"
Christ: "Na ja, ich meine, hätte Gott Sie nicht beschützt, dann ..."
Materialist: "Es gibt keinen Gott."
Christ: "Aber natürlich gibt es einen Gott. Ich hab doch erst heute Morgen mit ihm gesprochen."
Materialist: "Ja, das glauben Sie. Ich glaube nur, was ich sehe."
Christ: "Aber Sie müssen doch nur die Augen öffnen. Das Wirken Gottes ist allgegenwärtig ..."
Materialist: "Ach bitte, beleidigen Sie meinen Verstand nicht!"
Christ: "Welchen Verstand? Ich sehe keinen Verstand."
Materialist: "Wollen Sie mich beleidigen?"
Christ: "Nein, keineswegs. Aber Verstand kann man nicht sehen, also existiert er nicht. Und was nicht ist, kann man nicht beleidigen."
Der Materialist wendet sich genervt ab und geht.
Am nächsten Tag gehen beide spazieren und treffen sich zufällig wieder.
Christ: "Grüß Gott!"
Materialist: "Was für ein bescheuerter Gruß, und ich dachte immer, die Bayern seien so gebildet."
Christ: "Haben Sie ein Problem mit uns Bayern?"
Materialist: "Nein, aber mit Gott."
Christ: "Sie glauben an Gott???"
Materialist: "Nein, natürlich nicht! Ich glaube nach wie vor nur, was ich sehe!"
Christ: "Haben Sie denn schon einmal gesehen, dass es Gott nicht gibt?"
Materialist: "Nein!"
Christ: "Folglich glauben Sie, dass es Gott nicht nicht gibt. Das heißt: Sie glauben an Gott."
Materialist: "Ach, scheren Sie sich doch zum Teufel!"
Christ: "Haben Sie denn schon mal den Teufel gesehen?"
Der Materialist wendet sich genervt ab und geht.
Am nächsten Tag. Der Christ betritt ein Restaurant und setzt sich an einen Tisch. Während er in der Speisekarte blättert, kommt der Materialist.
Christ: "Ach, sieh an, guten Tag! Was machen Sie denn hier?"
Materialist: "Mir gehört der Laden, und wenn Sie nicht nur mit einem 'Vergelt's Gott' bezahlen, bediene ich Sie sogar."
Christ: "Gut. Dann bringen Sie mir bitte einmal das Tagesmenü, ein Pils und zum Nachtisch ...
Materialist: "Götterspeise?"
Christ: "Nein, eine große Tasse Milchkaffee und ein Stück Erdbeertorte."
Materialist: "Gern."
Eine Stunde später. Der Christ ist mit dem Essen fertig und bittet um die Rechnung.
Christ: "Ach, was ich Sie mal fragen wollte ..."
Materialist: "Schießen Sie los."
Christ: "Wenn nur existiert, was man sehen kann, dann sind Sie ja nur eine Ansammlung von Atomen und Molekülen. Und Ihre Gefühle und Gedanken sind nur das Resultat eines zufälligen atomaren und molekularen Zusammenspiels."
Materialist: "So ist es. All unsere Handlungen, all unsere Gefühle und Gedanken sind Äußerungen wild umeinander wirbelnder Elementarteilchen, gelenkt von dem großen Schöpfer, der da heißt: Zufall."
Christ: "Das hieße doch aber, Sie selbst haben für mich überhaupt keine Leistung erbracht. Es war der Schöpfer namens Zufall. Folglich müsste ich doch auch nichts bezahlen."
Materialist: "Reden Sie keinen Unsinn. Bezahlen ist eine Form der Wertschätzung."
Christ: "Wertschätzung wem gegenüber? Einer Handvoll zufallsgesteuerter Elementarteilchen? Das wäre Nekrophilie."
Materialist: "Entweder, Sie bezahlen, oder ich rufe die Polizei!"
Christ: "Ich fürchte für Sie, das Kommen der Polizei hängt stark vom Zufall ab. Vergelt's Gott!"
Christ steht auf und geht.
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Freitag, 8. April 2011
Der Ursprung der Gedanken
tanteolgas, 14:43h
"Jeder Gedanke hat seinen Ursprung in einer psychischen Erfüllungserwartung, ..."
Zitat aus DAS ASTROLOGIE-HANDBUCH, Kailash-Verlag
Zitat aus DAS ASTROLOGIE-HANDBUCH, Kailash-Verlag
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