Donnerstag, 17. März 2016
Gab John F. Kennedy sein Attentat selbst in Auftrag?
NUR SEIN TOD KONNTE SEINEM MYTHOS DAS LEBEN RETTEN

Aus verschiedenen Gründen entspannen sich um das Attentat und JFKs Tod mehrere ernstzunehmende offizielle Verschwörungs- theorien, die auch von großen Teilen des Volkes und Fachleuten unterstützt wurden/werden. Ob es auch eine inoffizielle ernstzunehmende Verschwörungstheorie gibt, die besagt, JFK hätte sein Attentat selbst in Auftrag gegeben? Handelte es sich also um einen Freitod bzw. um eine assistierte Selbsttötung? Ich halte es für denkbar – aus folgenden Gründen:

VORGESCHICHTE

Der Vater von John F. Kennedy war extrem ehrgeizig, und weil es ihm selbst nicht gelang, in der Politik Karriere zu machen, wollte er dies um jeden Preis von seinem ältesten Sohn – dem Bruder von John F. Kennedy. Der Wert von JFK wurde seitens seines Vaters also nur durch die Erfüllung dessen Ziele gemessen. Über die Mutter von JFK hingegen sagt man, dass sie emotional eher distanziert und kühl war.
In der Öffentlichkeit wurde von JFK das Bild des starken Helden gepflegt, was aber nicht stimmte. Dazu im nächsten Absatz mehr. Hier sei nur gesagt, dass er in den USA als Kriegsheld gefeiert wurde, weil er als Kommandant des Schnellbootes PT-109 seine Crew – bis auf 2 Leute – rettete, nachdem sie bei den Salomonen von einem japanischen Zerstörer gerammt worden waren. Und natürlich galt er als notorischer Frauenheld, dem Affären mit Marlene Dietrich, Zsa Zsa Gabor, Joan Crawford, Sophia Loren, Marilyn Monroe u.a. nachgesagt wurden. Dem damaligen britischen Premier gestand er einmal, er müsse mindestens alle drei Tage mit einer Frau schlafen, sonst bekäme er Kopfschmerzen.

JFK war neben Abraham Lincoln der beliebteste Präsident der USA; das ist allgemein bekannt. Was damals hingegen weitestgehend geheim gehalten wurde, war der extrem schlechte Gesundheits- zustand von JFK. Neben Gelbsucht, Darmentzündung mit Spätfolgen, Rückenleiden, Osteoporose an den Lendenwirbeln, Asthma, Allergien und Depression litt er auch an den Folgen misslungener Operationen sowie an Morbus Addinson. Ab 1953 trug er bis zu seinem Tod 1963 ein Stützkorsett. Nach außen wurde jedoch das Image der eisernen Sportskanone gepflegt.

Als US-Präsident galt John F. Kennedy in aller Welt als die Nummer 1. Er war aber auch der jüngste US-Präsident, der ins Amt gewählt wurde, und seit Abraham Lincoln der beliebteste. Bevor er allerdings Präsident wurde, war er nur die Nummer 2. Denn ursprünglich wollte sein Vater ja JFKs Bruder im Weißen Haus sehen. Doch der stürzte im 2. Weltkrieg mit seinem Bomber ab. Deshalb musste jetzt der etwas scheue JFK nachrücken, denn der nächste Bruder nach ihm – Robert Kennedy - war noch zu jung. Wie sein älterer Bruder war auch JFK nur eine Marionette auf der Bühne, auf der sein Vater die Regie führte. Doch nun war er kein Statist mehr, er spielte die Hauptrolle. Unter anderem als verlängertes Ego seines Vaters. Nachdem dieser den Tod seines älteren Sohnes halbwegs überwunden hatte, sagte JFK einmal zu einem Freund: "Gott! Da geht der Alte. Da geht er und sinnt über den nächsten Zug nach. Jetzt bin ich es, musst du wissen. Jetzt bin ich an der Reihe. Es ist mein Auftritt."

Dass JFK nicht nur körperlich in einem Korsett lebte, sondern auch seelisch, legt seine Lebensgeschichte seit der frühesten Kindheit nahe. Obwohl es ihm enorm viel Kraft und Disziplin kostete, seine Krankheiten vor der Öffentlichkeit zu verbergen, gab er sich nach außen als Sportskanone und als Sonnyboy. Der Biograf Robert Dallek sagte in einem Interview einmal: "Hätte die Nation gewusst, wie krank John F. Kennedy wirklich ist, wäre er nie Präsident geworden."

Doch er war Präsident. Der mächtigste Mann der Welt. Vermutlich aber auch der mächtigste ohnmächtige Mann der Welt. Ein Mann, dessen Image in einem krassen Widerspruch stand zu seinem Lieblingsgedicht von Alan Seeger. Es enthält die prophetisch anmutenden Zeilen: "But I’ve a rendezvous with Death at midnight in some flaming town, when spring trips north again this year, and I to my pledged word am true I shall not fail that rendezvous."

DREH- UND ANGELPUNKTE SOWIE KONSTANTEN SEINES LEBENS

Seine Krankheiten und seine Überzeugung, jung zu sterben:

John F. Kennedy war Zeit seines Lebens davon überzeugt, wegen der Vielzahl seiner Krankheiten jung zu sterben. Wegen seinen Krankheiten, wohlgemerkt, nicht wegen eines Attentats. Hier noch mal die Liste:
Er hatte Gelbsucht, Darmentzündung mit Spätfolgen, Rückenleiden sein Leben lang, Osteoporose an den Lendenwirbeln, Asthma, Allergien, Depression, Müdigkeit, Folgeerscheinungen misslungener OPs und Morbus Addinson.
Nach einer von drei schweren Rücken-OPs fiel er ins Koma und schwebte mehrere Wochen lang zwischen Leben und Tod. Er musste ein Stützkorsett und orthopädische Schuhe tragen. Neben Schmerzmitteln, Antibiotika, Antidepressiva und Schlafmitteln nahm er bis zu fünf heiße Bäder pro Tag, um sein Leiden zu lindern. Auf Reisen nahm er oft einen zusammenlegbaren Schaukelstuhl mit. Er benutzte extra harte Spezialmatratzen oder schlief in Hotels auf dem Boden. Kennedy konsultierte zeitweise acht Ärzte gleichzeitig – unter ihnen der deutschstämmige Arzt Max Jacobson ("Dr. Feelgood"). Wie schon erwähnt sagte sein Biograf: "Hätte die Nation gewusst, wie krank John F. Kennedy wirklich ist, wäre er nie Präsident geworden."
Die Krankheiten nahmen ja im Laufe seines jungen Lebens noch zu – und es war für ihn sicher klar, dass sie sich auch weiterhin verschlimmern würden. Was hätte das für ihn, für seine Familie (vor allem seinen Vater), für das Ansehen der USA, für die Weltöffentlichkeit und für die Gegner im Kalten Krieg bedeutet?

Sein Leben - eine Reihe von Rückschlägen:

Was seine mangelnde Gesundheit u.a. für ihn bedeutete, soll folgende Liste zeigen:
1935 reiste JFK – nach dem Schulabschluss – nach England, um sich an der London School of Economics einzuschreiben; eine Erkrankung zwang ihn zur Rückkehr in die USA.
Im Herbst 1935 immatrikulierte er sich an der Universität Princeton; das Studium musste er aus gesundheitlichen Gründen abbrechen.
Auch seine Leidenschaft für Football musste der junge Kennedy aufgrund seiner schwachen Gesundheit während seiner Zeit an der Choate School aufgeben.
Ein Jahr später, 1936, schaffte Kennedy schließlich den Einstieg ins Studium. Von 1936 bis 1940 studierte er Politik an der Harvard University. Das Studium war geprägt von seinem sich weiter verschlechternden Gesundheitszustand.
1941 meldete sich Kennedy freiwillig bei der US-Armee. Doch auch hier bereitete ihm sein schlechter Gesundheitszustand Schwierigkeiten, insbesondere seine Rückenprobleme. Nachdem er zuerst abgelehnt worden war, wurde er im September desselben Jahres mit Hilfe seines Vaters und dessen früherem Mitarbeiter bei der US-Marine angenommen.
Am 2. August 1943 nahm Kennedys Boot an einer geheimen Nachtaktion bei den Salomonen teil. PT-109 wurde während der Operation von dem japanischen Zerstörer Amagiri gerammt und sank. Zwei Mitglieder von Kennedys Crew starben. Kennedy selbst wurde an seinem ohnehin schon schwachen Rücken verletzt. Trotzdem zog er einen verwundeten Kameraden mit sich zu einer fünf Kilometer entfernten Insel, zu der auch der Rest seiner Mannschaft schwamm.

John F. Kennedy als der mythische König Artus:

Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2003 wurde JFK als größter amerikanischer Präsident neben Abraham Lincoln betrachtet. Es entstand im Laufe der Zeit ein Kennedy-Mythos, der den Präsidenten zu einer Heilsgestalt verklärte. Hierzu hat auch seine Witwe beigetragen, die in einem Interview das Leben und Regieren ihres Mannes mit Camelot umschrieb, dem mythischen Schloss von König Artus und seiner Tafelrunde. Dadurch sei das Attentat nachgerade als Königsmord, als schweres Sakrileg erschienen.

Viele Verschwörungstheorien halten den Mythos lebendig:

Liest man die vielen widersprüchlichen Angaben über das Attentat, die vielen Ungereimtheiten, dann kann man zwar auch in Erwägung ziehen, dass sich vieles um Propaganda handelt. Jedoch bei welcher Version – der offiziellen oder den vielen inoffiziellen – diese Frage bleibt eine Glaubensfrage. Was die Spekulationen um seinen Tod betrifft, so kann man auch feststellen, dass sie sowohl dazu beitrugen, den Mythos zu verstärken als auch einen Schleier des Nebulösen über alles zu legen.

Prophetische Aussage gegenüber Kenneth O'Donnell:

Zu seinem Assistenten Kenneth O'Donnell sagte JFK – so wird jedenfalls behauptet: "Wenn jemand wirklich den Präsidenten der Vereinigten Staaten erschießen wollte, wäre das keine schwierige Arbeit: Man müsste nur eines Tages mit einem Gewehr mit Zielfernrohr auf ein hohes Gebäude hinauf, niemand könnte etwas gegen einen solchen Anschlag unternehmen." Und genauso passierte es. Wie kommt er dazu, so etwas zu sagen?

JFKs Lieblingsgedicht:

Das Lieblingsgedicht von JFK trägt den Titel "Rendezvous with Death" und hat den markanten Schlusssatz: Ich werde das Rendezvous nicht verpassen.

SCHLUSSFOLGERUNG

All diese prägenden Erlebnisse zugrunde legend glaube ich, JFK hat das Attentat, das zu seinem Tode führte, selbst in Auftrag gegeben oder gebilligt, und zwar aus folgenden Gründen:

JFKs Präventivschlag gegen sich selbst:

Das von JFK in Auftrag gegebene Attentat an sich selbst wäre ein weiterer "bewusster" Rückzug aus gesundheitlichen Gründen gewesen – schwerwiegenden Gründen. Ob man hier von nur einem (Tat-)Motiv spricht oder von verschiedenen, ist eigentlich egal. Denn was zählt ist: Mit diesem Schritt kam er dem unvermeidlichen körperlichen Verfall zuvor, der zweifellos nicht nur ein Aus für seine Karriere bedeutet hätte, sondern die Zerstörung seines schon zu seinen Lebzeiten entstandenen Mythos'. Es war also ein Präventivschlag gegen das Unvermeidliche. Präventivschlag – ein Wort, das damals auch aus anderen Gründen immer wieder benutzt wurde (Stichwort: Kalter Krieg). Gerade unter Kennedy erhielt der Präventivschlag eine besondere Bedeutung, denn in der Kuba-Krise ging es ja um nichts anderes, als um einen "präventiven Vergeltungsschlag".
Was hätte wohl der um 23 Jahre ältere aber vitalere Chruschtschow für einen diplomatischen Scherz gemacht über JFK, die Sportskanone – damals, in der Zeit des Wettrüstens?
Wie hätte die westliche Welt den starken Bruder Amerika gesehen und wie der starke Bruder sich selbst, wäre Kennedys Gesundheitszustand von seinen Gegnern medial ausgeschlachtet worden?
Was hätte sein Vater, der doch der eigentliche Grund für all seine Strapazen gewesen ist, über seinen "Helden" gedacht?
Gerade wenn man das problematische Verhältnis zu seinem Vater berücksichtigt, könnte man diesen Präventivschlag auch als Duell betrachten, als Showdown zwischen Vater und Sohn. Ein lebenslanges Duell, das JFK mit seinem Vater führte und das in Dallas seinen finalen Höhepunkt erreichte. Ein Duell, das er schließlich verlor (durch den Tod) und gleichzeitig gewann (durch seine Unsterblichkeit als Mythos). Sein Rendezvous mit "Death" und "Dad". Es ist vergleichbar mit dem Duell zwischen Luke Skywalker und Darth Vader (Dunkler Vater).
Mit einem Attentat – mit seinem eigenen Attentat – konnte er verschwinden, um für immer zu bleiben.
Was blieb hingegen von Richard Nixon im kollektiven Gedächtnis hängen außer Watergate? Was von Jimmy Carter außer Erdnüssen? Was von Ronald Reagan außer Cowboy? Was von Bill Clinton außer Monica Lewinsky? So gut wie nichts. Von John F. Kennedy hingegen blieb ein Mythos.

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Mittwoch, 12. Oktober 2011
Steve Jobs: So herausragend wie ein Kropf und auch so überflüssig.
Steve Jobs war ein typischer Vertreter des Kapitalismus. Angesichts der kollabierenden Wirtschaft ist seine Vergötterung und Beweihräucherung einfach nur Ekel erregend. Er hat seine Karriere begonnen mit dem Betrug eines Freundes und hat nichts geschaffen, was die Menschheit hinsichtlich ethischer Werte weitergebracht hätte. Technischer Vorsprung? Der ist im 21. Jahrhundert fast so überflüssig wie ein Kropf, weil die zwanghafte Jagd nach technischen Innovationen ja gerade die Folge des Kapitalismus ist. Ohne Kapitalismus könnten wir uns auf soziale, geistige, ethische Innovationen und Werte konzentrieren. Doch die kann man im Kapitalismus nicht verkaufen.

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Samstag, 18. Juni 2011
Christ und Materialist
Ein Materialist fällt vom Rad und schlägt sich das Knie auf. Ein Christ eilt ihm zu Hilfe.
Materialist: "Ach, nicht so schlimm. Nur eine leichte Schürfwunde."
Christ: "Gott sei Dank ist nicht mehr passiert."
Materialist: "Warum Gott sei Dank?"
Christ: "Na ja, ich meine, hätte Gott Sie nicht beschützt, dann ..."
Materialist: "Es gibt keinen Gott."
Christ: "Aber natürlich gibt es einen Gott. Ich hab doch erst heute Morgen mit ihm gesprochen."
Materialist: "Ja, das glauben Sie. Ich glaube nur, was ich sehe."
Christ: "Aber Sie müssen doch nur die Augen öffnen. Das Wirken Gottes ist allgegenwärtig ..."
Materialist: "Ach bitte, beleidigen Sie meinen Verstand nicht!"
Christ: "Welchen Verstand? Ich sehe keinen Verstand."
Materialist: "Wollen Sie mich beleidigen?"
Christ: "Nein, keineswegs. Aber Verstand kann man nicht sehen, also existiert er nicht. Und was nicht ist, kann man nicht beleidigen."
Der Materialist wendet sich genervt ab und geht.

Am nächsten Tag gehen beide spazieren und treffen sich zufällig wieder.
Christ: "Grüß Gott!"
Materialist: "Was für ein bescheuerter Gruß, und ich dachte immer, die Bayern seien so gebildet."
Christ: "Haben Sie ein Problem mit uns Bayern?"
Materialist: "Nein, aber mit Gott."
Christ: "Sie glauben an Gott???"
Materialist: "Nein, natürlich nicht! Ich glaube nach wie vor nur, was ich sehe!"
Christ: "Haben Sie denn schon einmal gesehen, dass es Gott nicht gibt?"
Materialist: "Nein!"
Christ: "Folglich glauben Sie, dass es Gott nicht nicht gibt. Das heißt: Sie glauben an Gott."
Materialist: "Ach, scheren Sie sich doch zum Teufel!"
Christ: "Haben Sie denn schon mal den Teufel gesehen?"
Der Materialist wendet sich genervt ab und geht.

Am nächsten Tag. Der Christ betritt ein Restaurant und setzt sich an einen Tisch. Während er in der Speisekarte blättert, kommt der Materialist.
Christ: "Ach, sieh an, guten Tag! Was machen Sie denn hier?"
Materialist: "Mir gehört der Laden, und wenn Sie nicht nur mit einem 'Vergelt's Gott' bezahlen, bediene ich Sie sogar."
Christ: "Gut. Dann bringen Sie mir bitte einmal das Tagesmenü, ein Pils und zum Nachtisch ...
Materialist: "Götterspeise?"
Christ: "Nein, eine große Tasse Milchkaffee und ein Stück Erdbeertorte."
Materialist: "Gern."
Eine Stunde später. Der Christ ist mit dem Essen fertig und bittet um die Rechnung.
Christ: "Ach, was ich Sie mal fragen wollte ..."
Materialist: "Schießen Sie los."
Christ: "Wenn nur existiert, was man sehen kann, dann sind Sie ja nur eine Ansammlung von Atomen und Molekülen. Und Ihre Gefühle und Gedanken sind nur das Resultat eines zufälligen atomaren und molekularen Zusammenspiels."
Materialist: "So ist es. All unsere Handlungen, all unsere Gefühle und Gedanken sind Äußerungen wild umeinander wirbelnder Elementarteilchen, gelenkt von dem großen Schöpfer, der da heißt: Zufall."
Christ: "Das hieße doch aber, Sie selbst haben für mich überhaupt keine Leistung erbracht. Es war der Schöpfer namens Zufall. Folglich müsste ich doch auch nichts bezahlen."
Materialist: "Reden Sie keinen Unsinn. Bezahlen ist eine Form der Wertschätzung."
Christ: "Wertschätzung wem gegenüber? Einer Handvoll zufallsgesteuerter Elementarteilchen? Das wäre Nekrophilie."
Materialist: "Entweder, Sie bezahlen, oder ich rufe die Polizei!"
Christ: "Ich fürchte für Sie, das Kommen der Polizei hängt stark vom Zufall ab. Vergelt's Gott!"
Christ steht auf und geht.

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Dienstag, 19. Januar 2010
Philosophische Nachtschicht
Soeben bin ich in meinen Erinnerungen über einen Spruch gestolpert, der da lautet:
„Der Arbeitnehmer nimmt, der Unternehmer unternimmt.“
Dabei drängten sich mir ein paar Fragen auf, deren Antworten ein ganze neues Licht auf meine bisherige berufliche Laufbahn werfen.
Warum heißt der Arbeitnehmer Arbeitnehmer, obwohl er doch Arbeit gibt? Und zwar an den sog. Arbeitgeber. Dafür bekommt er ja Geld.
Und warum heißt der Arbeitgeber Arbeitgeber, obwohl er doch Arbeit nimmt? Was der Arbeitgeber gibt, ist doch keine Arbeit, sondern eine Aufgabe oder ein Problem, das zu lösen ist. Und um diese Aufgabe bzw. das Problem zu lösen, setzt der sog. Arbeitnehmer seine Arbeitsenergie ein und stellt sie damit dem sog. Arbeitgeber zur Verfügung.
Also bitte künftig darauf achten: Der Arbeitnehmer ist kein Arbeitnehmer, sondern ein Aufgabennehmer, Geldnehmer oder Arbeitgeber. Und der Arbeitgeber ist kein Arbeitgeber, sondern ein Aufgabengeber, Geldgeber oder Arbeitnehmer.
Wenn Sie also demnächst eine Bewerbung schreiben, dann bitte wahrheitsgemäß: "Ich habe X Jahre Erfahrung als Arbeitgeber." Alles klar?

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Montag, 5. Oktober 2009
Wer Wind sät
Aphorismen und Sprichwörter sind sehr beliebt, wenn es darum geht, eigenen Meinungen mehr Gewicht zu verleihen. Sie klingen gewöhnlich nach der Weisheit letzter Schluss. Dass sie dies oft gar nicht sind, erkennt man bei näherer Betrachtung.
"Wer Wind sät, wird Sturm ernten." Dieser abgewandelte Bibel-Spruch ist sowohl richtig als auch falsch. Die Tropen sind ja nicht gerade bekannt dafür, dass sie besonders windig sind. Trotzdem entstehen dort die stärksten Stürme. Und in einer Beziehung kann ein lang andauerndes Schweigen einen aggressiven Sturm der Gefühle auslösen. Andererseits kann eine emotionale Windböe beim Partner das Gegenteil von einem Sturm bewirken. Nämlich die endgültige Funkstille. Wer Wind sät, kann also auch Totenstille ernten.

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