Samstag, 18. Juni 2011
Christ und Materialist
Ein Materialist fällt vom Rad und schlägt sich das Knie auf. Ein Christ eilt ihm zu Hilfe.
Materialist: "Ach, nicht so schlimm. Nur eine leichte Schürfwunde."
Christ: "Gott sei Dank ist nicht mehr passiert."
Materialist: "Warum Gott sei Dank?"
Christ: "Na ja, ich meine, hätte Gott Sie nicht beschützt, dann ..."
Materialist: "Es gibt keinen Gott."
Christ: "Aber natürlich gibt es einen Gott. Ich hab doch erst heute Morgen mit ihm gesprochen."
Materialist: "Ja, das glauben Sie. Ich glaube nur, was ich sehe."
Christ: "Aber Sie müssen doch nur die Augen öffnen. Das Wirken Gottes ist allgegenwärtig ..."
Materialist: "Ach bitte, beleidigen Sie meinen Verstand nicht!"
Christ: "Welchen Verstand? Ich sehe keinen Verstand."
Materialist: "Wollen Sie mich beleidigen?"
Christ: "Nein, keineswegs. Aber Verstand kann man nicht sehen, also existiert er nicht. Und was nicht ist, kann man nicht beleidigen."
Der Materialist wendet sich genervt ab und geht.

Am nächsten Tag gehen beide spazieren und treffen sich zufällig wieder.
Christ: "Grüß Gott!"
Materialist: "Was für ein bescheuerter Gruß, und ich dachte immer, die Bayern seien so gebildet."
Christ: "Haben Sie ein Problem mit uns Bayern?"
Materialist: "Nein, aber mit Gott."
Christ: "Sie glauben an Gott???"
Materialist: "Nein, natürlich nicht! Ich glaube nach wie vor nur, was ich sehe!"
Christ: "Haben Sie denn schon einmal gesehen, dass es Gott nicht gibt?"
Materialist: "Nein!"
Christ: "Folglich glauben Sie, dass es Gott nicht nicht gibt. Das heißt: Sie glauben an Gott."
Materialist: "Ach, scheren Sie sich doch zum Teufel!"
Christ: "Haben Sie denn schon mal den Teufel gesehen?"
Der Materialist wendet sich genervt ab und geht.

Am nächsten Tag. Der Christ betritt ein Restaurant und setzt sich an einen Tisch. Während er in der Speisekarte blättert, kommt der Materialist.
Christ: "Ach, sieh an, guten Tag! Was machen Sie denn hier?"
Materialist: "Mir gehört der Laden, und wenn Sie nicht nur mit einem 'Vergelt's Gott' bezahlen, bediene ich Sie sogar."
Christ: "Gut. Dann bringen Sie mir bitte einmal das Tagesmenü, ein Pils und zum Nachtisch ...
Materialist: "Götterspeise?"
Christ: "Nein, eine große Tasse Milchkaffee und ein Stück Erdbeertorte."
Materialist: "Gern."
Eine Stunde später. Der Christ ist mit dem Essen fertig und bittet um die Rechnung.
Christ: "Ach, was ich Sie mal fragen wollte ..."
Materialist: "Schießen Sie los."
Christ: "Wenn nur existiert, was man sehen kann, dann sind Sie ja nur eine Ansammlung von Atomen und Molekülen. Und Ihre Gefühle und Gedanken sind nur das Resultat eines zufälligen atomaren und molekularen Zusammenspiels."
Materialist: "So ist es. All unsere Handlungen, all unsere Gefühle und Gedanken sind Äußerungen wild umeinander wirbelnder Elementarteilchen, gelenkt von dem großen Schöpfer, der da heißt: Zufall."
Christ: "Das hieße doch aber, Sie selbst haben für mich überhaupt keine Leistung erbracht. Es war der Schöpfer namens Zufall. Folglich müsste ich doch auch nichts bezahlen."
Materialist: "Reden Sie keinen Unsinn. Bezahlen ist eine Form der Wertschätzung."
Christ: "Wertschätzung wem gegenüber? Einer Handvoll zufallsgesteuerter Elementarteilchen? Das wäre Nekrophilie."
Materialist: "Entweder, Sie bezahlen, oder ich rufe die Polizei!"
Christ: "Ich fürchte für Sie, das Kommen der Polizei hängt stark vom Zufall ab. Vergelt's Gott!"
Christ steht auf und geht.

... comment