Mittwoch, 30. September 2009
Guido Westertsunami - die deutsche Arbeitnehmer-Katastrophe

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Än schönna Sunndooch nuch!
Bisher 9 mal von Chaoten zerstört

Der Steigerwald ist ein in Franken beliebtes Ausflugsziel und Naherholungsgebiet, dessen Bewohner ihren Unmut über politische Entscheidungen derzeit mit Parolen Ausdruck verleihen wie: „Nationalpark Steigerwald? Nein! - Nein!“ Und: „Gott schütze und erhalte unseren schönen Steigerwald vor den Nationalpark Ideologen.“ Oder: „Oh Du schöner Steigerwald Nationalpark Nein Nein Nein.“
Diese Satzungetüme leuchten seit einiger Zeit von überdimensionalen Schildern, die hier im schönen Steigerwald an allen Ecken und Enden zu finden sind. Sie erinnern in ihrer schlichten Ausdrucksweise an die Trotzreaktion eines Kindes, dem man sein Lieblingsspielzeug weggenommen hat. Aber das wollte ich eigentlich gar nicht erzählen. Es sollte nur eine Vorstellung vermitteln von einem Menschenschlag, dem man hier begegnen kann.
Ab und an, wenn ich den Steigerwald passiere, nutze ich ein kleines Dorfcafé als Zwischenstopp, um ein Mini-Frühstück und die Mentalität der Bedienung zu genießen.
Um zu veranschaulichen, wie ich Letzteres verstanden haben möchte, eine kleine Episode.
Einmal, als mein Mini-Hunger am Morgen etwas größer war als üblich, bestellte ich eine Mohnschnecke, eine Salzbrezel und einen Käsekuchen. Ich bin nun wirklich kein zwanghafter Ästhet, wenn es ums Essen geht, doch was mir dieses Mensch gewordenen Wunder der Feinmotorik bastelte, war eine Lebensmittelskulptur der rustikalen Art. Auf einen einzigen Teller legte sie unten die Mohnschnecke, darüber die Salzbrezel und ganz oben auf – quer über die Salzbrezel – den etwa 30 Zentimeter langen Käsekuchen. Die Krönung des Ganzen war die Kuchengabel, die sie mit Wucht in die Spitze ihres Backwarenberges rammte – und zwar mit der Eleganz eines Maurers, der mit seiner Kelle gerade einen Ziegelstein setzt.
Ja, diese Frau hat was. Sie hat den herzlichen Charme eines Vorschlaghammers und eine raumgreifende Bassstimme, die so Respekt einflößend ist, wie eine Dampfwalze auf Amokfahrt. Besonders schön entfaltet sich diese Stimme in ihrem standardisierten Abschiedsgruß: „Än schönna Sunndooch nuch!“

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